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Home Sonderthemen Komplett „Fachkräftemangel? Zeit zum Umsteuern“
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09:35 09.03.2018
KRH-Personal-Geschäftsführer Michael Born sieht dringenden Handlungsbedarf, um genügend Fachkräfte für die Kliniken zu generieren. Fotos: Kolf, iStockphoto.com/shapecharge, Steve Debenport
Tag der Gesundheitsberufe
Am Sonnabend, 10. März, von 11 bis 15 Uhr stellt die KRH-Akademie am Tag der Gesundheitsberufe sich und Ausbildungsmöglichkeiten vor. Adresse ist die Schützenallee 5 in Hannover-Döhren.
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09.03.2018

Komplett

In ganz Deutschland herrscht nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit offiziell ein Fachkräftemangel in der Pflege. Durchschnittlich 140 Tage bleibt eine vakante Stelle in der Krankenpflege unbesetzt. Für das KRH Klinikum Region Hannover besteht da keine Ausnahme. „Wir sehen das Problem schon länger und stellen uns den Herausforderungen“, sagt KRH-Personal-Geschäftsführer Michael Born. Er nennt den aktuellen Fachkräftemangel nur einen „Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird“.

Herr Born, das KRH versorgt jährlich 131 000 Patienten stationär und noch einmal 180 000 ambulant. Momentan sind dafür rund 7500 Mitarbeiter angestellt. Das klingt doch ganz solide. Woran mangelt es?

Zunächst einmal sind wir als Arbeitgeber mit unseren Beschäftigten sehr zufrieden: Unsere Teams, die in der Pflege, aber auch in der Medizin arbeiten, tun dies mit hoher innerer Motivation und aus Überzeugung. Sie wollen helfen, und sie wollen das im Team tun. Sie haben Spaß an einer der sinnvollsten Aufgaben, die man sich überhaupt vorstellen kann. Eines alarmiert uns aber sehr, wenn wir mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sprechen: Vor allem die Jüngeren können es sich immer seltener vorstellen, ihren Beruf bis zur Rente auszuüben.

Warum?

Weil sie fürchten, der körperlichen und psychischen Belastung nicht standzuhalten. Und noch etwas: Menschen wollen gern etwas gestalten. Aber im Stationsalltag, wenn die Pflegekräfte unentwegt nur noch von Aufgabe zu Aufgabe hetzen, bleibt wenig Raum für eigene Gestaltungsfreiheit. Offenbar haben sich ältere Pflegekräfte eher damit arrangiert. Doch die Jüngeren hadern.

Ist das eine neue Erkenntnis?

Wir setzen uns zu diesem Punkt sehr intensiv mit unseren Beschäftigten auseinander. Im Rahmen unseres Arbeitsfähigkeitsmanagements wollten wir herausfinden, wie wir unseren Leuten Rahmenbedingungen schaffen, in denen sie gesund und zufrieden ihre täglichen Aufgaben bewältigen können. Denn allein, wenn wir nur den Krankenstand verringern könnten, wäre das schon eine große Entlastung für alle.

Welche Antworten haben Sie noch bekommen?

Der Beruf der Pflege geht buchstäblich auf die Knochen. Die meisten Krankschreibungen sind Muskel- und Skelettproblemen zuzuordnen. Das wird im Alter nicht besser. Deshalb bieten wir nicht nur Kurse an, wie der Rücken zu stärken ist. Wir wollen auch herausfinden, wie wir Mitarbeiter auch im Alter gut beschäftigen können.

Wie gelingt dies?

Mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen. Wir müssen auch in der Pflege stärker über digitale Unterstützungssysteme nachdenken, bis hin zur Robotik. Müssen alle Arbeiten im Krankenhaus passieren oder sind auch Home-Office-Arbeitsplätze für bestimmte Aufgaben denkbar? Eltern schulpflichtiger Kinder müssen in die Lage versetzt werden, mit dem Schichtbetrieb eines Krankenhauses zurechtzukommen.

Dann haben wir den ganzen Bereich der Hotellerie im Krankenhaus, wo wir die Pflegenden stärker entlasten können, oder auch der rasant gestiegene Bürokratie- und Dokumentationsaufwand. Unsere Mitarbeiter haben sich für den Beruf im Krankenhaus entschieden, weil sie mit Menschen arbeiten wollen. Das müssen wir ihnen wieder stärker ermöglichen und ihnen Unterstützung geben.

Die Erkenntnisse könnten doch schon länger vorliegen.

All das sind Fragen, denen sich die ganze Branche viel zu spät gestellt hat. So selbstkritisch müssen wir schon sein. Aber wir wollen da ran. Deshalb ist das KRH Anfang Mai auch Gastgeber für einen Kongress der Personalgestalter. Da wird es ausschließlich um den Fachkräftemangel gehen, aber auch darum, wie Personalnot ein Innovationstreiber sein kann. Und für Sonnabend laden wir ein zum Tag der Gesundheitsberufe in unserer Akademie. Wir setzen aber auch wissenschaftliche Akzente. Es sind zwei Wissenschaftler auf uns zugekommen, die Szenarien entwickeln wollen, wie Pflege altersbewusst gestaltet werden kann. Dafür wird das Klinikum als Praxispartner dienen, sobald das Forschungsprojekt bewilligt ist. Und wir müssen darüber nachdenken, wie die gut ausgebildeten Pflegekräfte sich wieder auf ihre originären Aufgaben konzentrieren können.

Welche Rolle spielt die psychische Belastung?

Eine mindestens ebenso große wie die körperliche Belastung. In unserer neuen KRH Akademie bilden wir nicht nur aus. Hier bieten wir auch Fort- und Weiterbildung an. Unter anderem auch Kurse, in denen es um die Verarbeitung von Stress geht. Wie kann ich verhindern, zu viel Stress mit nach Hause zu nehmen? Und es geht darum, zu erkennen, wann mir Stress schadet und wann er zur positiven Herausforderung wird.

Haben Ihre Mitarbeiter denn genügend Zeit, diese Kurse, ob für den Rücken oder den Kopf, wahrzunehmen?

Gute Frage. Eigentlich ja. Aber natürlich gibt es immer wieder Situationen, in denen sich Mitarbeiter anmelden, im akuten Fall aber nicht von ihrer Station wegkönnen, weil zu wenige Kollegen da sind. Und es hat auch wenig Sinn, wenn die Teilnahme am Kursus ein schlechtes Gewissen auslöst, die Kollegen und die Patienten allein zu lassen in der Zeit.

Rückenschulung allein wird aber wohl nicht ausreichen, um wieder mehr Bewerber auf Arbeitsplätze der Pflege zu locken, oder?

Nein. Wir als KRH gehen den Fachkräftemangel sehr selbstbewusst an. Wir wissen um unsere Stärken als großer kommunaler Arbeitsgeber. So haben wir ja unsere KRH Akademie für die gesamte Region gegründet, um hier das geballte Wissen, um Expertenausbildung, um Entwicklungsmöglichkeiten in der vielfältigen Krankenhauswelt anbieten zu können. Wir werden die Vielfalt unseres Konzerns mit seinen vielen Standorten noch stärker ins Bewusstsein unserer Beschäftigten bringen. Welches Unternehmen in der Region kann sonst noch bei einem Wohnungswechsel einen Arbeitsplatz zum Mitwechseln anbieten? Ganz zu schweigen davon, dass wir ein extrem sicherer und zukunftsfähiger Arbeitgeber sind. Aber unser Appell geht auch in die Öffentlichkeit und in die Politik: Die Arbeit in der Gesundheits- und Krankenpflege und allgemein im Krankenhaus ist von gesamtgesellschaftlicher hoher Bedeutung. Das müssen wir neu wertschätzen, und wenn sich dies in einer höheren Bezahlung und einer Gegenfinanzierung außerhalb des Fallpauschalensystems niederschlägt, würden wir dies sehr begrüßen.

Interview: Rebekka Neander


Timing, Technik und Routine: Regeln für die richtige Zahnpflege

Schon Kinder lernen, wie man richtig die Zähne putzt. Doch bei vielen Detailfragen sind sich selbst viele Erwachsene nicht sicher: Manuell oder elektrisch – wie werden die Zähne am saubersten? Welche Zahnpasta ist die beste? Ein Überblick:

Das richtige Timing finden: Zweimal täglich sollte man seine Zähne putzen, sagt Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Wie lange das Ganze dauern soll, dafür gibt es aber keine exakte Empfehlung. Die optimale Putzzeit hängt von einigen Faktoren ab: der Menge der Zähne im Mund, dem eigenen Geschick, der Putztechnik und den benutzten Hilfsmitteln. Die meisten Zeitangaben liegen zwischen zwei und fünf Minuten.

Von allen Seiten reinigen: Die Zahnbürste erwischt ungefähr 70 Prozent der Schmutzbeläge – der Rest sitzt zwischen den Zähnen. Einmal am Tag sollte man deshalb auch die Zahnzwischenräume reinigen, empfiehlt Oesterreich. Am besten dafür geeignet sei Zahnseide, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. „Man muss aber aufpassen, dass man das Zahnfleisch nicht verletzt.“

Technik mit Handzahnbürste lernen: „Elektrische Zahnbürsten bringen bessere Ergebnisse“, sagt Oesterreich. Vorwiegend aber weil sie bestimmte Bewegungen unterstützen und erleichtern. Gerade bei eingeschränkter Beweglichkeit, etwa im Alter, können sie sinnvoll sein. Kinder sollten die richtige Putztechnik erst mit einer Handzahnbürste lernen.

Nicht zu viel Druck machen: Wer zu stark aufdrückt, verschleißt nicht nur die Zahnbürste. „Schrubben führt auch zu Schäden am Zahnfleisch und insbesondere am Zahnhals“, so Oesterreich.

Eine Routine entwickeln: Am besten putzt man immer in der gleichen Reihenfolge. Kropp empfiehlt die KAI-Technik: Erst die Kauflächen, dann die Außenseiten und dann die Innenseiten putzen. Geputzt wird von Rot (Zahnfleisch) nach Weiß (Zahn).

Bei der Zahnpasta auf Feinheiten achten: Zahnpasta sollte Fluorid enthalten. Das schützt vor Karies, wie Kropp sagt. Zahncreme für Kinder bis sechs Jahre sollte maximal 500 ppm enthalten, Zahnpasta für Erwachsene 1450 ppm. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Zahncreme nicht zu grobe Putzkörper enthält. dpa


Praxis Dr. med. dent. Carsten Stockleben & Dr. med. dent. Dirk Stockleben
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